Neumark/Vogtland (08496)

Geschichte des Hauses
(verfaßt von  Ilsebill Hauschild, geb. Roeber und Viktoria Lösche)

Neumark liegt in der reizvollen Hügel- und Auenlandschaft des Erzgebirges. Schon im Jahre 1225 wurde dieser Ort erstmals erwähnt. Durch seine zentrale Lage hat er eine bewegte Geschichte. Die Werdauer Straße z.B., an der dieses Hotel liegt, ist Teil einer alten Heeres- und Handelsstraße, auf der u.a. Kaiser Karl V., Wallenstein und Napoleon mit ihren Truppen vorüberzogen, oft große Verwüstungen hinterlassend.

1846, mit dem Anschluß Neumarks an das Eisenbahnnetz, begann auch hier die industrielle Revolution. Bald gab es keine Handweber mehr, die ihre Stoffe mit Schubkarre oder Pferdewagen zur Leipziger Messe brachten. Statt dessen entstanden an der Werdauer Straße vier Textilfabriken.

Auch Hans Gottfried Grabner (1777 - 1828), aus einer alten Tuchmacherfamilie stammend, erkannte seine Zeit. Er stellte in Reichenbach die erste Dampfmaschine auf. Sein Urenkel, Richard Georg Grabner, baute in Neumark das große, jetzt fliederfarbene Wohnzentrum auf, zu einem Betrieb mit Spinnerei, Weberei, Ausrüstung und Färberei.

Bald lieferte die Firma Grabner Feintuche, Kammgarndamenstoffe, Gabardine, Mantelstoffe und bestickte Decken in alle Welt hinaus, bis nach Indien, China, Nord- und Südamerika.

Der zweite Weltkrieg machte dem Exportgeschäft ein Ende. Auf den Webstühlen fertigte man Mantel- und Uniformstoffe aus Reißwolle, Fahnenstoffe aus Zellwolle.

Dieses Hotel, damals eine Villa im klassizistischen Stil, diente der Gründerfamilie als Wohnhaus. Nach der Jahrhundertwende wurde das Haus im Jugendstil ausgebaut. Am Ende des Krieges wohnten zusätzlich drei Flüchtlingsfamilien aus Oberlausitz, Bessarabien und Berlin mit darin.

1952 wurde die Fabrik und die Villa von der DDR unter sowjet-russischer Beeinflussung enteignet und verstaatlicht. Die Besitzer flohen in den Westen.

Der Betrieb arbeitete weiter in drei Schichten für russische Reparationen und später Uniformstoffe für die Bundesrepublik Deutschland.

Erst 1989, nach dem Fall der Mauer zwischen Ost- und Westdeutschland, gelangten der Betrieb und die Villa wieder in Familienbesitz. Die Fabrik war eine Ruine. Alle Maschinen und Einrichtungsgegenstände gestohlen und in Billiglohnländer verkauft.

Dass aus dieser Hinterlassenschaft in nur zwei Jahren ein gepflegtes Hotel und ein modernes Wohnzentrum mit 58 alten- und behindertengerechten Wohnungen entstand, ist dem Wagemut und der Einsatzbereitschaft der Grabner-Erben und der Familie Gossens zu verdanken.

Unter dem Namen CEGRA führen sie eine große und unternehmerische Tradition fort.

Ab 1,Oktober 2009 ist Frau Kerstin Näser neue Inhaberin des Hotels. Sie übernimmt damit die Tradition und das hohe Niveau von Frau Gossens und führt es diesem Sinne weiter.

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